Der Stuttgarter Leichtbaupreis wurde 2010 zum sechsten Mal ausgelobt. Es wurden 19 Arbeiten aus drei Ländern
und verschiedenen Hochschulen der Studiengänge: Architektur, Bauingenieurwesen und Möbeldesign eingereicht.
Nach intensiver und kontroverser Diskussion beschloss die diesjährige Jury, bestehend aus:
"Blase"
Thomas Marian; Karin Kaufmann; Martin Radner (TU Wien)
Die Jury würdigt in besonderem Maße die Konzeption des Entwurfs im gegeben Kontext und die Auseinandersetzung
mit Gebäude und Standfläche. Aus Sicht der Jury erfüllt dieser Beitrag eine dem Leichtbau immanente Forderung
nach einem unbeschwerten Erscheinungsbild durch die extreme Reduktion der Mittel. Die traditionelle pneumatische
Form ist selbsterklärend.

"Forschungspavillion"
Michael Pelzer; Admir Mahmutovic; Manuel Vollrath; Konrad Zerbe; Thomas Irowetz; Andreas Eisenhardt; Kristine
Wächter (Universität Stuttgart)
Die Jury würdigt in besonderem Maße das ansprechende und anspruchsvolle Gesamtkonzept. Die Bearbeitungstiefe,
dokumentiert durch die Umsetzung des komplexen Bauwerks, hat die Jury beeindruckt. Die Nutzung von
Zwangsspannungen aus Biegung zur Stabilisierung und die ebenso für den Leichtbau untypischen Details führten zu
einer intensiven Diskussion.

"Entwurf eines Leichtbausystems"
Björn Teutriene (RWTH Aachen)
Die Jury würdigt in besonderem Maße die Einarbeitung in die Finite Element Methode und Auseinandersetzung mit
einer nicht trivialen Berechnungssoftware unter besonderer Beachtung des Ausbildungshintergrunds des Einreichenden
(Architekturstudent). Aus Sicht der Jury stellt der Ansatz eine realistische Lösungsmöglichkeit einer
gewichtsoptimierten Deckenstruktur dar. Es bleibt jedoch offen, inwiefern eine flächig verteilte Last bei dem durch
das Faltwerk sehr geringen Eigengewicht der Struktur noch als formbestimmender Lastfall für die Optimierung bzw.
Faltwerkausbildung angesehen werden kann.
